Zecken


Zecken, das leidige Thema beschäftigt nun die meisten wieder. Denn manche unserer Vierbeiner scheinen Zecken geradezu magisch anzuziehen. Dies ist nicht nur lästig, sondern auch nicht ganz ungefährlich. Zecken leben zwar eher an Waldrändern, auf Lichtungen und Wiesen, am Wegesrand oder Flussufern, aber auch in Stadtparks, Rastplätze oder Badeseen. Daher ist man nirgendwo vor Zecken gefeit. Das Problem ist, dass ein Zeckenstich mitunter ernsthafte Krankheiten verursachen kann. Die Zecke selbst ist zwar für den Hund meist kein Problem, auch wenn es mehrere Zecken auf einmal sind - der Blutverlust kann nur bei einem massiven Zeckenbefall zum Problem werden. Allerdings tragen Zecken verschiedene Krankheitserreger in sich, welche beim Blutsaugen auf den Hund übertragen werden können. 


Anders als bei uns Menschen, stechen Zecken den Hund meist an Ort und Stelle, ohne lange durch das Fell zu krabbeln. Daher sind die Zecken beim Hund am häufigsten am Kopf, auf der Brust, im Nacken und an den Schultern zu finden. Um Zecken schnell zu finden, solltest du deinen Hund nach jedem Spaziergang gründlich absuchen, denn je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern. Manche Erreger brauchen ca. 16 bis 24 Stunden um übertragen zu werden.  



Die wichtigsten Krankheiten welche von Zecken übertragen werden sind:   


  • Borreliose  
  • Anaplasmose  
  • Ehrlichiose  
  • Babesiose  
  • FSME  

Laut Experten trägt ca. jede dritte Zecke Borreliose-Erreger in sich. Nur 5-10% aller Hunde die von einer infizierten Zecke gebissen wurden, entwickeln auch tatsächlich Anzeichen einer Borreliose. Hat ein Hund ein gutes Immunsystem und keine anderen Erkrankungen, kann es sein, dass der Organismus sich effektiv gegen die Infektion wehren kann. Zecken gibt es mittlerweile seit ca. 350 Millionen Jahren. In dieser ganzen Zeit haben sich Zecken kaum verändert, denn sie sind zäh.  



Wir haben für euch nun 10 Zeckenfakten:  


 1) Zecken sind Spinnentiere

Sie zählen nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren. Insekten haben 6 Beine, Zecken hingegen haben 8 Beine, wie Spinnen und Skorpione.   


2) Zecken sind einer der größten Verbreiter von Krankheiten  

Nur Mücken verbreiten noch mehr Krankheiten als Zecken. In Europa sind die Zecken sogar an erster Stelle. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 100.000 Menschen an einen Zeckenbiss. Eine infizierte Zecke ist sehr aktiv. Zecken mit Borrelia-Bakterien sind aktiver als die nicht infizierten Zecken. Daher kann man sagen, infizierte Zecken gehen auf die Pirsch um öfters Opfer stechen zu können. Die Bakterien und Viren holen sich die Zecken meist von den Mäusen.   


3) Zecken können bis zu 9 Jahre alt werden  

In einem Fall wurde eine Taubenzecke sogar 21 Jahre alt.     


4) Zecken lieben eine feuchte Umgebung  

Sie benötigen einen bestimmten Feuchtigkeitsgrad, um überleben zu können. Ebenfalls bevorzugen sie Plätze an denen eine Luftfeuchtigkeit von über als 85% herrscht. Daher sind Zecken vor allem nach Regenperioden aktiv.   


5) Zecken schützen sich im Winter  

Zecken verkriechen sich im Winter in Mäusenester um sich vor der Kälte zu schützen. Sie können wochenlang Temperaturen bis zu -15 Grad überleben. Sie sind auch im Winter bereits ab 5 Grad aktiv.   


6) Zecken lassen sich nicht anlocken  

Zecken sind von Natur aus faul, sie suchen nicht aktiv nach einem Wirt. Zecken warten lieber ab, bis der Wirt zu ihnen kommt. Normalerweise bewegen sich Zecken in ihrem ganzen Leben nicht mehr als 1 bis 2 Meter von selbst. Dass Zecken springen, fliegen und sich von Bäumen fallen lassen können ist ein Märchen.   


7) Zecken brauchen mehr als eine Blutmahlzeit  

Sie brauchen mehrere Blutmahlzeiten in ihrem Leben, daher stechen sie auch mehrmals. Dennoch kommen Zecken 5 Jahre ohne Nahrung aus. Nach einer Mahlzeit nimmt die Zecke ca. das 100-Fache ihres Körpergewichtes zu.   


8) Der Zeckennachwuchs  

Eine erwachsene weibliche Zecke kann im Durchschnitt bis zu 3.000 Eier legen. Manche Arten können sogar 20.000 Eier legen. Zecken-Teenager, auch Zecken-Nymphen“ verursachen die meisten Infizierungen. Warum das so ist? Sie sind winzig und daher oft spät oder auch gar nicht zu bemerken.   


9) 900 Zeckenarten weltweit  

Weltweit gibt es mehr als 900 unterschiedliche Zeckenarten.   


10) Wird eine Zecke innerhalb von 24 Stunden entfernt, erkrankt man nicht  

Auch dabei handelt es sich um ein Märchen. Mit Borreliose kann man ab den Moment infiziert werden, in dem die Zecke einen Teil ihres Mageninhaltes in die offene Wunde spuckt.    

 


Wie das richtige Entfernen von Zecken funktioniert:  


Niemals sollte der Körper der Zecke gequetscht werden, denn so drückt man evtl. die Körpersäfte der Zecke in den Hund. Geeignete Hilfsmittel für das richtige Entfernen sind:  

  • Pinzetten  
  • Zeckenzangen  
  • Zeckenkarte  
  • Zeckenhaken  

Die Entfernung sollte so nah wie möglich an der Haut erfolgen. Zecken haben beim Stechorgan Widerhaken, deshalb sollte die Zecke so tief wie möglich erfasst und langsam unter gleichmäßigen Zug gerade heraus gehebelt werden. Wenn die Zecke nicht herauskommt, kann leichtes Hin- und Herdrehen helfen. Bitte verwende keinesfalls Öl, Nagellack, Flüssigseife, Klebstoff, Alkohol, Zahnpasta oder andere Mittel um auf die Zecke zu schmieren. Die Wunde sollte im Anschluss mit einem geeignetem Wunddesinfektionsmittel gereinigt werden. Nach der Entfernung der Zecke sollte auch geprüft werden, ob der Kopf mit dem Stechrüssel vollständig entfernt wurde, sollte das nicht der Fall sein, beobachte die Stelle in den nächsten Tagen und sprich gegebenenfalls mit deinem Tierarzt. Generell sollte die Einstichstelle mehrere Wochen auf Veränderungen beobachtet werden. Sollte eine Zecke an einer schwer zugänglichen oder empfindlichen Stelle festsitzen wie z.B. Augenlider, Gehörgang, etc. solltest du unbedingt zu einem Tierarzt.   



Und nun zur Frage wohin mit der entfernten Zecke?  


Nach der Entfernung sollten Zecken sofort eliminiert werden, damit sie niemanden mehr stechen können. Wichtig, die Zecken nie direkt mit den Fingern angreifen. Doch das eliminieren von Zecken ist gar nicht so einfach, denn Zecken sind wahre Überlebenskünstler.  


Folgendes können Zecken überleben:  

  • Zecken überleben unter Wasser und das für bis zu 3 Wochen. Daher sollten Zecken nicht die Toilette hinuntergespült werden.   
  • Zecken können 24 Stunden bei -12 Grad im Gefrierfach überleben.   
  • Sie können bis zu 10 Tage in der Wohnung überleben.   
  • Auch in 1.500 Meter Höhe können sie überleben.   
  • Selbst einen Waschgang in der Waschmaschine bei 40 Grad kann die Zecke überleben. In einem Trockner hingegen überlebt auch die stärkste Zecke nicht.   


Wie kann man denn nun Zecken eliminieren?  

  • Mit einem geeigneten Insektenspray  
  • Nagellackentferner  
  • Alkohol mit min. 50%  
  • Spiritus  
  • Farbverdünner  
  • Kochend heißes Wasser  
  • Zerdrücken  
  • Verbrennen     


So lassen Zecken deinen Hund in Ruhe  


  • Allen voran ist das Kokosöl. Kokosöl ist für unsere Hunde unbedenklich und kann ins Futter gemischt, aber auch gerne im Fell verteilt werden. Der Stoff Laurinsäure bewirkt, dass der Hund nicht mehr so interessant für Zecken, oder auch Flöhe und Milben ist. Aber Achtung, Kokosöl hilft nur bei der äußerlichen Anwendung gegen Parasiten. Um gute Ergebnisse zu erzielen, solltest du darauf achten, dass das Öl in Bioqualität, kaltgepresst, frei von Zusatzstoffen und Aromen ist und einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren hat.   
  • Eine weitere Möglichkeit sind Heilkräuter wie z.B. Rosmarin, Eukalyptus oder Zistrose. Kräuter zur Zeckenabwehr kannst du deinem Hund täglich, oder mehrmals wöchentlich ins Futter mischen. Die graubehaarte Zistrose als Tee, Pulver oder Kapseln wird eigentlich bei Entzündungen, zur Stärkung der Abwehrkräfte und Mundgeruch verwendet. Durch Zufall hat man bei einer Studie bemerkt, dass die Hunde nur noch wenige bis gar keine Zecken mehr hatten.   
  • Ätherische Öle wie Teebaumöl, Lavendelöl und Pfefferminze können Zecken abschrecken. Teebaumöl hat einen sehr intensiven Duft. Es sollte in jeder Hundeapotheke vorhanden sein, denn es unterstützt auch gut bei Insektenstichen und Herpes. Hier kannst du 2-3 Tropfen auf ein Halstuch geben und dieses deinem Hund vor dem Spaziergang umbinden.   


Sollte hier für dich keine passende Möglichkeit zur natürlichen Zeckenabwehr dabei sein, kannst du uns gerne kontaktieren, wir finden mit dir zusammen die Abwehr. Bitte beachte, wir können und möchten keinen Tierarzt ersetzten. Bitte experimentiert nicht auf eigene Faust. Dieser Text stellt keine Heilbehandlung dar und ist kein Ersatz für tierärztliche Diagnosen und Therapien.  



Bildquelle: @Trio-Bildarchiv/Fotograf Kerstin Ordelt/Nicole Schick